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Gemarkung

Beim Kataster wird die gesamte Fläche Deutschlands in Flächen eingeteilt, die Gemarkungen, Flure und Flurstücke genannt und in einer Flurkarte dargestellt werden. Der Begriff Gemarkung, früher auch kurz Markung genannt, bezeichnet eine Flächeneinheit des Liegenschaftskatasters, mit der ein Grundstücksverband mehrerer Flure bzw. Flurstücke gemeint ist, die nebeneinander liegen. Mit entsprechender Bedeutung findet der Begriff auch in Grundbüchern Verwendung und ist auch beim Immobilienverkauf wichtig.

Ursprung von Gemarkungen

Die Gemarkung hat seinen Ursprung im Begriff Grenze, wobei die Grenzen von Gemarkungen in früheren Zeiten mit einem sogenannten Markstein gekennzeichnet wurden. So umfasst eine Gemarkung ein Gebiet, das in früheren Zeiten als zusammengehörig galt, wie etwa eine Siedlung oder Region. Diese alten Gemarkungen wurden später ins Liegenschaftskataster übernommen. Dabei wurden für mehr Übersicht die Gemarkungen in Flure und Flurstücke unterteilt oder mehrere Flure in einer Gemarkung zusammengeführt. Jeder Flur trägt eine Nummer, die wiederum in jeder Gemarkung nur einmal auftauchen darf.

Gemarkung ist nicht gleich Gemeinde

Allgemein gilt, dass der Name einer Gemarkung meistens dem Namen einer Ortschaft entspricht.

Doch auch wenn die Grenzen von Gemeinden, Städten oder Ortsteilen häufig mit denen einer Gemarkung übereinstimmen, ist eine Gemarkung nicht mit einer Verwaltungseinheit, einer Gemeindegrenze oder einer Bauleitplanungsgrenze gleichzusetzen. Gemarkungen bilden kein hoheitliches Gemeindegebiet, sondern sind nur eine Einheit im  Liegenschaftskataser, um den Grund und Boden aufzuteilen. Gemarkungen sind häufig über Jahrhunderte gleich geblieben, während sich die Verwaltungsgrenzen im Laufe der Zeit immer mal wieder verschoben haben.

Gemarkungen im Grundbuch

Neben dem Liegenschaftskataser findet sich der Begriff der Gemarkung auch in den Grundbüchern.

Denn mithilfe von Flurstück, Flur und Gemarkung beschreibt das Kataster die Lage von Grundstücken. Diese Lagebezeichnungen sorgen dafür, dass ein Grundstück, das in einem Grundbuch benannt wird, eindeutig zugeordnet werden kann.

Sind Flurstück, Flur und Gemarkung bekannt, lässt sich jedes Grundstück in Deutschland genau identifizieren, wobei im Grundbuch statt Gemarkung auch häufig die Bezeichnung Vermessungsbezirk genutzt wird.

Kataster und Grundbuch gehen damit Hand in Hand:

  • Das Grundbuch dokumentiert die Eigentumsverhältnisse und Rechte am Grundstück.
  • Das Kataster sorgt für eine rechtssichere Identifikation des Grundstücks.

Gemarkungsgrenzen vs. Grenzabmarkung

Gemarkungsgrenzen, die sich einfach nur aus sich aus Flurgrenzen und Flurstückgrenzen zusammensetzen, spielen heute kaum noch eine Rolle. Sie sind lediglich noch ein Bestandteil des Liegenschaftskatasters, der für eine bessere Einteilung und Übersicht des Grund und Bodens in Deutschland sorgt.

Anders sieht es mit der sogenannten Grenzabmarkung aus, die nicht mit der Gemarkungsgrenze verwechselt werden sollte: Eine Grenzabmarkung wird durchgeführt, wenn sich Nachbarn uneinig über den Grenzverlauf zwischen ihren Grundstücken sind. Wie genau die Grenzabmarkung abläuft,  legen die Kataster- und Vermessungsgesetze der Bundesländer fest. Allgemein wird für eine Grenzabmarkung – notfalls per Gerichtsentscheid – mithilfe der Unterlagen des Liegenschaftskatasters der Grenzverlauf neu eingemessen und durch Grenzsteine ö. Ä. kenntlich gemacht. Laut § 919 BGB kann der Eigentümer eines Grundstücks vom Eigentümer des Nachbargrundstücks eine Mitwirkung bei der Einrichtung fester Grenzkennzeichen einfordern.

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